GIBT ES EINE ZUKUNFT FÜR DIE INNENSTADT VON HOLZMINDEN?

Ein Einkaufsbummel durch Holzminden sorgt immer häufiger für Enttäuschung und Frustration: eine geringe Auswahl an Produkten, zahlreiche geschlossene, inzwischen leerstehende Geschäfte oder Läden für Billigprodukte.

Für die Zukunft der Innenstadt von Holzminden stellt die Wiederbelebung des Stadtkerns daher eine große Herausforderung dar.

 Was wurde gemacht ....was wurde falsch gemacht ....wo gibt es neue Ansätze?


Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“

Die Stadt Holzminden will mit finanzieller Unterstützung des Städtebauförderprogrammes „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ die Innenstadt für die Zukunft stärken. Mit der Antragstellung auf Städtebauförderung sollen die Weichen in Richtung Zukunft neu gestellt werden. Schon im Vorfeld gab es eine Auftaktveranstaltung im April 2018 zur Städtebauförderung an dem 150 Personen in der Stadthalle teil nahmen.


Dabei standen folgende Schwerpunkthemen im Fokus:

  • Einkaufen im Herzen der Stadt
  • Kultur und soziales  Leben im Herzen der Stadt
  • Wohnen im Herzen der Stadt
  • Klimaneutrales Herz der Stadt


Was wurde in den letzten 20 Jahren in die Zukunft die Innenstadt Holzminden Investiert

Dazu ein Kommentar von: Jens - Martin Wolff Baudezernent Stadtentwicklung Holzminden:

 

Was steht hinter dem Städtebauförderprogrammes „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“

In vielen Kommunen sind Funktionsverluste und Gebäudeleerstände in den "zentralen Versorgungsbereichen" zu beobachten. Vor diesem Hintergrund haben Bund und Länder 2008 mit dem Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" einen Förderschwerpunkt gesetzt, um die zentralen Versorgungsbereiche durch eine Kombination von Baumaßnahmen zur Stärkung der Nutzungsvielfalt mit Beteiligungs- und Mitwirkungsmaßnahmen zu unterstützen. Als zentrale Versorgungsbereiche werden insbesondere Innenstadtzentren, vor allem in Städten mit größerem Einzugsbereich, Nebenzentren in Stadtteilen sowie Grund- und Nahversorgungszentren in Stadt- und Ortsteilen - aber auch von kleinen Gemeinden - bezeichnet. Das Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" soll zur Vorbereitung und Durchführung von Gesamtmaßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung dieser Bereiche als Standort für Wirtschaft, Kultur sowie als Orte zum Wohnen, Arbeiten und Leben dienen.

Die Finanzhilfen des Bundes können z.B. eingesetzt werden für Investitionen zur Profilierung der Zentren und Standortaufwertung.

Nicht redenhandeln-Dazu ein Kommentar von Ralf Schwager:

 

Sorgenkind Fußgängerzohne

Nach einer 12 monatigen Bauphase wurde am 9. September 2000 die Fußgängerzone Obere Straße, mit einer nachfolgenden Festwoche feierlich eingeweiht. Der Grundstein für das Projekt Obere Straße wurde im Jahr 1997 gelegt, als der Rat der Stadt beschloss, die Gestaltung zur Fußgängerzone im Rahmen eines Architekten-, städtebaulichen Realisierungswettbewerbs erarbeiten zu lassen. Nach der Einreichung von 14 Entwürfen wählten 5 Fach-, und 4 Sachpreisrichter sowie zwei Sachverständigeden Entwurf des Ateliers Schreckenbeg und Partner aus Bremen aus , der ab September 1999 für 3,7 Millionen Mark (nach Angaben der örtlichen Presse, unter der Leitung von Architekt Karl –PeterSchreckenberg umgesetzt wurde. Die Finanzierung gestaltete sich durch eine Kofinanzierung , Bundesmitteln der Bezirksregierung Hannover im Rahmen der Städtebauförderung. Somit erstreckt sich die Fußgängerzone Obere Straße bis heute vom Hermannplatz kommend bis zur Wasserkaskade am oberen Ende von der Weserbrücke (Holzminden/Stahle).

Heute stellt sich nun die Frage , ob sich die damaligen Investitionen wirklich die Lebensqualität und Attraktivität der Stadt gesteigert hat.

Heute zeichnet der Leerstand die Optik der Fußgängerzone und nur in den Sommermonaten, bei Straßenfesten, Aktionstagen und durch Touristen  scheint die Straße noch zu leben.


Schon im Jahr 2010 in einen Gespräch mit Oliver Heine dem 1. Vorsitzenden vom Werbekeis Holzminden  wurden Denkanstöße laut:

„Die Fußgängerstraße selbst, wie sich jetzt präsentiert, wird vor allem von Gästen und Touristen der Stadt geschätzt, da sie ein Bummel ohne Hektik und Stress ermöglicht. Doch ein Manko hat sie und das beruht auf ihre Länge und übergroße Breite, was dem Betrachter einen Eindruck vermittelt, dass die obere Straße immer Leer ist . Selbst 150 Menschen befüllen optisch nicht die Fußgängerstraße. Lediglich am Samstag zwischen 13. Uhr und 14 Uhr und bei Straßenfesten präsentiert sie sich als gut gefüllt die Problematik wird schon seit Jahren in unterschiedlichen Gremien durchdiskutiert, mit der Fragestellung, hätte ma vielleicht lieber die Obere Straße als eingeschränkte Fußgängerzone oder verkehrsberuhigten Bereich gestaltet , indem man eine Seite für Kurzzeitparker und die andere als Einbahnstraße mit Schritttempo gestaltet hatte. Dies lässt sich heute nicht mehr ändern, da die stadt zum dahmaligen Zeitpunkt sehr viel Geld ausgegeben hat und sicherlich heute nicht mehr bereit ist , noch Millionen in die Hand zu nehmen , um das Ganze kurzfristig zu ändern. So wurden letztlich alle Anfragen komplett abgelehnt, schon aus Kostengründen, zur damaligen Zeit also kurz vor der Bauphase war die Tendenz des Werbekreises Holzminden, nur Teilstrecken in eine Fußgängerzone umzuwandeln, was später verworfen wurde. Ich bin der Ansicht, dass die Fußgängerzone im Jahr 2000 einfach zu spät kam, stattdessen hätte für den bau die wirtschaftlichen starken Jahre nutzen müssen . Was einen positiven Start und die damit verbundene Entwicklung erfolgreich beeinflusst hätte.

 Also schon im Jahr 2010 bestand ein gewisser Handlungsbedarf.

Fußgängerzone Obere Straßen ...TOP ODER FLOP?

Heute im Jahr 2018 hat sich die Situation noch verschärft. Stumpfe Schaufensterscheiben, seit Monaten nicht mehr geputzt und dahinter die gähnende Leere eines ungenutzten Ladenlokals. Dieser Anblick ist heute in der Holzmindener Innenstadt Realität. Aber Holzminden ist kein Einzelfall. Es gibt in Deutschland in Klein- und Mittelstädten schon Leerstandsquoten von mehr als 40 Prozent. Das große Problem: Nach neusten Studien , nutzen bereits 83 Prozent der Erwachsenen über 14 Jahren moderne Smartphones und mehr als 70 Prozent von Ihnen kaufen auch regelmäßig online ein. Ist das, dass endgültige AUS für den Einzelhandel auch in Holzminden.

 

Welche Lösungsansätze gibt es für die ZUKUNFT DER INNENSTADT IN HOLZMINDEN?????

 

UNTERSTÜTZTE BÜRGERINITATIEVEN

 Altstadt-Projekt »TransZ«


Neue Entwicklungsperspektiven durch soziale, ökonomische und ökologische Innovationen
Ein Verbundprojekt der HafenCity Universität Hamburg, der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Holzminden sowie der Hochschule für Technik Stuttgart


Projektleiterin Dr. Anke Kaschlik und die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt, Jaqueline Schmidt,

Übergeordnetes Ziel ist es, einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation und Entwicklung gewachsener Zentren zu leisten. Dabei geht es um die Identifizierung und Stärkung von transformativen Kräften vor Ort sowie um soziale, ökonomische und ökologische Innovationen.
Ausgangsthese dabei ist, dass notwendige Veränderungen mit den Menschen vor Ort entwickelt und umgesetzt werden müssen. Die zentrale Untersuchungsfrage ist deshalb, welche Möglichkeiten sich unter den gegebenen Rahmenbedingungen aus den spezifischen Akteurskonstellationen vor Ort ergeben und wie unterschiedliche Interessen und Handlungsmöglichkeiten für eine nachhaltige und resiliente Transformation der Zentren genutzt werden können. Dabei geht es u.a. um Handlungsrationalitäten, soziale Interaktionen und kollektive Prozesse der Akteur_innen für neue Entwicklungen.
Der Kern des Projekts, ist die Zusammenarbeit mit den Leuten vor Ort.Nur so können Strukturen nachhaltig gestärkt werden. Hier steht das  gemeinsame Handeln und Eigeninitiative der Bürger im Mittelpunkt.

Es stellen sich Fragen wie:

·    Wie stellen Sie sich die Altstadt vor?
·    Was sollte erhalten bleiben? Was muss sich ändern?
·    Was können Holzminden und Höxter voneinander lernen?
·    Wer möchte und kann sich in welcher Form in Projekte einbringen?
·    Oder, oder …?

   
Die Projektleiterin Dr. Anke Kaschlik und die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Projekt, Jaqueline Schmidt,
können Sie dabei unterstützen?

·    Möchten Sie vielleicht für eine kurze Zeit einen Laden betreiben oder etwas in einem Schaufenster ausstellen?
·    oder in Ihrer Nachbarschaft ein Fest organisieren?
·    oder würden Sie Ihr Haus gern sanieren, scheuen sich aber vor der Investition, weil Sie nicht wissen ob Sie zu einem   angemessenen Preis vermieten können?
·    Oder, oder …?
·    Sie können sich vorstellen, sich mit anderen einen Büroraum zu teilen?
·    Sie können sich vorstellen mit älteren und jüngeren Menschen in einem Mehrgenerationenhaus zu leben?
·    Sie würden Ihr Haus gern verkaufen und trotzdem darin wohnen bleiben?
·    Sie haben Interesse an einem gemeinschaftlichen Gartenprojekt mitzuarbeiten?
·    Sie haben andere Ideen oder Wünsche für die Altstadt oder ein bestimmtes Gebäude?
·    Sie haben eine ganz andere Idee für „Ihre“ Altstadt?