| SPEZIAL LUXUSLÄRM - Vorgruppe Purkonzert Hameln 07.08.2010 |
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Luxuslärm auf Überholspur
PUR, Deutschlands erfolgreichste Band, wird am 7. August 2010 auf dem "Weil wir da sind Open Air" im Hamelner Bürgergarten auftreten. Mit dabei Luxuslärm und Planet Emily, im Vorprogramm, und als Moderator des Festivals, Morgenmän Franky. Ein Blick auf die aktuellen Vorverkaufszahlen zeigt: schon jetzt ist der größte Teil der verfügbaren 8.000 Tickets verkauft. Schon im Vorfeld nutzte dieaktuellekamera die Gelegenheit, eine der Vorgruppen etwas näher kennenzulernen. Luxuslärm, die Band, die vor wenigen Wochen im April in der Stadthalle Höxter spielte und ihren Fans vor der Bühne mit kräftigen Gitarrenriffs und dem eingängigen Gesang von Janine begeisterten.
Video – Liveauftritt Höxter: Zum starten des Players einfach den Namen des Videos anklicken:
Luxuslaerm (Windows Media, bitte anklicken)
Umso mehr freuten wir uns, als die Bühnenstarke Sängerin Janie uns etwas Zeit für ein Interview schenkte.
dieaktuellekamera: Eure Musik ist eine Mischung aus Gefühl und Bodenständigkeit. Kritsch und Kraftvoll aber nicht softig angepasst. Inwieweit spielen dabei eure ganz persönlichen Charakteren eine Rolle?
Janine: Wer uns auf der Bühne sieht, weiß sofort, dass hier unterschiedlichste Menschen zusammen spielen. Ich bin z. B. keine Frontfrau, die nur Texte runterlabert, sondern ich möchte Texte singen, die ein Teil von mir sind und auch ein Stück von meinem Erlebten wiederspielen. Genauso wie die Jungs der Band, die sich mit dem was wir machen identifizieren. Wir stehen hinter unserer Musik, die dadurch wächst. Ein Verdienst, der von allen Bandmitgliedern und ihrer eigenen Persönlichkeit getragen wird.
dieaktuellekamera: Man hat das Gefühl, dass die Chemie in eurer Band stimmt. Ist das nicht auch manchmal ein Kraftakt bei so starken Persönlichkeiten?
Janine: Keiner wird unterdrückt und keiner muss etwas spielen, zu dem er nicht steht. Natürlich streiten wir uns auch, aber es ist wie in der Liebe, ein ehrliches, Wort eine Aussprache, ist auch bei einer Band der beste Weg zum Verstehen.
dieaktuellekamera: Du als Sängerin sowie die Instrumentalkünstler eurer Band verfügen alle über eine gute musikalische Grundausbildung. Wie wichtig ist so ein solides Fundament für den Erfolg?
Janine: Ich profitiere z. B. von meiner Gesangsausbildung, vor allem bei Stresssituationen, wenn mehre Konzerte hintereinander anfallen, denn man hat gelernt, seine Stimme unter Kontrolle zu halten und somit durchweg gute Leistung zu bringen. Auch unsere Musiker haben den Vorteil, durch ihre Vorbildung mehr Facetten in unsere Musik einfließen zu lassen. Trotz dessen sind wir alle Bauchmusiker, die nicht steif nach Noten spielen sondern auch viel Platz für Improvisation zulassen, was uns ermöglicht, Stimmungen bei einem Konzert auch musikalisch gleich umsetzen zu können.
dieaktuellekamera: Im Gegensatz zum ersten Album wirkt eure Musik und die Inhalte eurer Texte vom aktuellen Album noch selbstbewusster und rockiger. Was hat diese Entwicklung beeinflusst?
Janine: Es wäre ja Wahnsinn, wenn sich ein Musiker nicht weiterentwickeln würde. Gerade bei der Produktion unseres zweiten Albums haben wir gespürt, dass wir viel selbstbewusster und gelöster die Sache angegangen sind. Wir konnten richtig losrocken und hatten dabei einen riesigen Spaß.
dieaktuellekamera: Die Liebe ist ein ganz großes Thema in euren Texten inwieweit spielt zurzeit bei dir ganz persönlich die Liebe eine Rolle?
Janine: Seit 7 Jahren bin ich mit Jan, dem Schlagzeuger, zusammen. Zwar fragt man mich immer wieder, ob eine Beziehung standhält, wenn man täglich beruflich im Hotel, im Tour-Bus, auf der Bühne und privat zusammen ist. Doch wir sind ein super Team, nicht zuletzt weil wir beide wissen, dass Liebe nicht selbstverständlich ist.
dieaktuellekamera: Wenn du die Macht hättest, auf dieser Welt Grundlegendes verändern zu können, wo würdest Du anfangen?
Janine: Leider bin ich nicht die „Bezaubernde Jeannie“, der Flaschengeist, der einmal zwinkert und es gäbe keine Kriege mehr. Ich setze daher auf Prävention. Was heißt, schon in Schulen und Kindergärten sollte für mehr Verständnis im Umgang mit den Mitmenschen getan werden, denn ab 40 Jahren sind die Meinungen der Menschen meist schon so gefestigt, was neue Wege fast unmöglich macht und sich im sogenannten Schubladen-Denken widerspiegelt. Eine Unart, die gerade in Deutschland sehr ausgeprägt ist, und auch Musikern das Leben schwer macht. Mit dem Ergebnis, singst du einmal von Liebe, musst du immer von Liebe singen.
dieaktuellekamera: Du bist das einzige Mädchen in der Band, was ist dein Geheimrezept im Umgang mit den Jungs?
Janine: Vielleicht liegt es daran, dass ich keine Zicke bin. Ich bin mir nicht zu schade das Equipment, genauso wie die Jungs, auf die Bühne zu schleppen. Und ich nehme auch auf der Bühne nicht die Diva-Position ein. Ja ich kriege sogar oft zu hören, dass ich mehr Junge bin als alle 4 zusammen. Zudem sind wir im Laufe der letzten Jahre stark zusammengewachsen und haben gelernt, auf einander Rücksicht zu nehmen. So passen die Jungs auf, dass ich mich mit meiner Stimme nicht zu sehr überanstrenge, weil sie wissen, dass gerade sie das sensibelste Instrument in einer Band ist. Aber auch ich scheu mich nicht davor, noch nachts in die Apotheke zu rennen, wenn einer von ihnen Fieber hat.
dieaktuellekamera: Deutschland sucht den Superstar und ähnliche Castingshows züchten immer mehr Eintagsfliegen im Musikmarkt. Was haltet Ihr davon?
Janine: Aus meiner Sicht geht es bei diesen Shows nicht um die Suche nach dem Supertalent, sondern nur um Erniedrigung. Umso weniger verstehe ich es, dass man einen Menschen so hassen kann, dass man ihn überredet, an einem solchen Casting teilzunehmen, wenn man genau weiß, dass er aufgrund eines körperlichen Makels oder fehlenden Talents nur der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Dass ich mit meiner Meinung nicht alleine stehe beweist die Internetaktion nach der letzten DSDS-Staffel, um zu verhindern, dass der „Superstar Hit“ in den Charts auf Platz 1 kam. Mein Wunschbild ist nicht Superstar bei DSDS zu sein, denn wenn man alle Karrieren der letzten Staffeln zurückverfolgt, fällt auf, dass spätestens nach einem Jahr keiner mehr von ihnen spricht. Sie alle haben also nichts gemeinsam mit Superstars, wie Michael Jackson und Tina Turner, die über Jahre und selbst nach ihrem Tod eine Legende geblieben sind. Einzige Ausnahme ist Thomas Godoj (Gewinner der 5. Staffel von DSDS), wir kennen ihn persönlich. Er ist trotz DSDS sich selber als Vollblutmusiker immer treu geblieben, er hatte vorher seine Band und hat heute seine Band und geht nach wie vor seinen festen Weg.
dieaktuellekamera: Was war euer eindrucksvollster Auftritt bis jetzt?
Janine: Vielleicht hört es sich im ersten Augenblick banal an, aber es war der Auftritt beim Hafenfest in Hamm. An diesem Tag stürmte und regnete es entsetzlich. Als wir kamen, stand nur ein Clown auf der Bühne und eine Mutter mit Kind vor der Bühne, sonst weit und breit keine Menschenseele. Auch als wir aufbauten und beim Soundcheck war niemand weit und breit zu sehen. Wie waren nass bis auf die Haut, der Wind blies uns ins Gesicht, und wir dachten es wird unser schlimmster Auftritt, den wir je bis zu diesem Tag hatten. Doch nach wenigen Tönen sammelten sich immer mehr Menschen vor der Bühne. Dick eingehüllt und mit Regenschirm bewaffnet waren 400 Fans und Menschen, die uns einfach das erste Mal hören wollten, gekommen. Sie hatten sich extra für uns in den Regen gestellt, um unsere Musik live mitzuerleben. Ein wunderbares Gefühl, und so rockten wir gemeinsam mit ihnen und hatten einen riesigen Spaß.
dieaktuellekamera: Verleitet euer Erfolg nicht manchmal dazu einfach abzuheben?
Janine: Was mich und Jan erdet, ist unsere Musikschule in Iserlohn (Lettmathe), die Rock Pop Fabrik. Jan hat sich vor 5 Jahren mit ihrer Gründung seinen größten Herzenswunsch erfüllt. Mittlerweile haben wir 450 Schüler. Der jüngste ist 5 der älteste 70, die alle Instrumente bei uns lernen können, die in einer Rockband vorkommen. Die Musikschule ist der Teil an Normalität, die ich zum Leben dringend brauche. So unterrichten wir in der Woche ab 14.00 Uhr und am Wochenende geht es mit Luxuslärm auf Tour. Es ist zwar eine 7-Tage-Woche, für uns aber fließen Arbeit und Spaß dabei ineinander über.
dieaktuellekamera: Welchen Stellenwert hat für euch das Internet bei der Vermarktung eurer Lieder?
Janine: Anfangs hatte ich es unterschätzt doch als unser Song „1000 km bis zum Meer“ bei You Tube über 1 Million Mal angeklickt wurde, wurde mir bewusst, wie viel Menschen wir damit erreichen. Durch die Internetportale sind wir transparenter und greifbarer für unsere Fans. Es ist ein wenig wie bei Big Brother, zwar stellen wir nicht unser Privatleben zur Schau, aber unsere Fans nehmen Anteil an unserer Arbeit. Sie können mit uns Kommunizieren und ihre Meinungen kundtun, so entsteht ein lebendiger Dialog. Die Mund-zu-Mund-Propaganda hat schon manchen unbekannten Künstler zu einem Plattenvertrag verholfen
dieaktuellekamera: Was ist euer größter Wunsch für die Zukunft?
Weitere Infos zu Luxuslärm:
Pur live:
Das Programm des „Weil wir da sind Open Airs 2010“: |
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Video – Liveauftritt Höxter: 