Peter Schünemann " Der singende Weserkapitän" Spezial
Peter Schünemann Botschafter des Weserberglands, Musiker der Herzen und Kind der Stadt Holzminden
„Wo die Weser einen großen Bogen macht …“, kennen Sie diese Zeilen?
Natürlich kennen Sie das wohl kultigste Weserlied, gesungen und komponiert von unserem “Jungen von der Weser”, Peter Schünemann. Dieses Lied darf schon seit Jahren in keinem Bierzelt und auf keiner hiesigen Fete fehlen. Liedgut von Peter Schünemann, das schon seit Jahren für den Lebensfluss Weser und seine Menschen, die an ihrem Ufer leben, steht. Ein Künstler, der als Botschafter mit Herz bezeichnet werden kann und unserer Region ein musikalisches Gesicht gab. Weltweit werden seine Titel gespielt, und so gelang es ihm, unsere beschauliche Heimat auch über die Landesgrenzen bekannt zu machen.
Wie alles begann: Peter Schünemann ist ein Kind der Stadt Holzminden und wurde am 1. Januar 1952 geboren. Sein musikalischer Werdegang wurde schon früh im Elternhaus (Wohnort in Holzminden, Lüchtringer Weg 4) geprägt, wo Vater und Mutter Ziehharmonika spielten und begeisterte Anhänger der Volksmusik und des Schlagers waren. Im zarten Alter von 6 Jahren trat er in ihre Fußstapfen und erlernte ebenfalls das Spiel auf der Ziehharmonika. Wenige Jahre später kam eine Schlaggitarre dazu, die die Mutter zwei musizierenden Zigeunern für 20,- DM abgekauft hatte. Bis heute hegt er gerade zu diesem Instrument eine große Liebe. „Die Gitarre ermöglicht einem Musiker alle Musikrichtungen mit einen Instrument umzusetzen, von Klassik über Schlager bis zum Rock“, so Peter Schünemann. Geprägt von der Musikszene der 60er-Jahre wurde er im Alter von 14 Jahren vom Beat infiziert. Doch bei aller Leidenschaft zu dieser Musik war er einfach noch zu jung, um in diesem Bereich Erfolg zu haben, und so wurde der Schlager seine neue Zukunft in Form der “Peter Schünemann Band“ (nach zwei Anläufen mit einer Schülerband namens „The three bongos“ und etwas später „Die happy Lions“). Ein kleines Familienunternehmen, in dem von nun an der jugendliche Peter, sein Bruder als Gitarrist und sein Vater als Schlagzeuger musizierten und die Region um Holzminden mit gekonnter Tanz-, Stimmungs- und Unterhaltungsmusik bei Veranstaltungen jeder Art begeisterten (damals noch für 5 DM am Abend). Parallel verlief im sogenannten „normalen Leben“ sein beruflicher Werdegang: Berufsausbildung zum Rechtsanwalts- und Notar-Fachangestellten und eine Berufsausbildung zum Substitut bei Karstadt (Göttingen, Celle und Hamburg). Danach war er drei Jahre lang tätig als Musikalienhändler und Orgellehrer in Göttingen. Sechs Semester Berufsausbildung zum Musikpädagogen am Konservatorium Göttingen. Zudem gründete er in dieser Zeit seine Privat-Musikschule in Uslar, die seit nunmehr 25 Jahren existiert.
Anzumerken ist an dieser Stelle, dass gerade in den 60er-, 70er- und 80er-Jahren zwischen Holzminden und Göttingen eine sehr rührige und erfolgreiche Musikszene blühte, dazu gehörten z. B. „The Original Blue Moons“ - Besetzung: unter anderem G. G. Anderson, Schlagzeug und Mundharmonika, im Jahr 1968 - damals noch als Gerd Günther Grabowski, der gelernte Elektriker aus Eschwege, und Bernd Dietrich, Sänger und Rhythmusgitarre, der später ein Erfolgsproduzent und Komponist wurde und z. B. Titel für Roland Kaiser schrieb, „Ronny Hof“, „The Original Surfers“, das „Nova Quartett“ und „The Monsters“.
Auch Peter Schünemann konnte in diesen Jahren seine ersten musikalischen Erfolge verzeichnen. So belegte er unter anderem beim KDU in Hannover, bei einem Nachwuchswettbewerb für junge Musikkünstler, den 1. Platz. Von 1969 an produzierte die Band vier Single Schalplatten und war mit ihrem Titel „ PRETTY GIRL“ im Jahr 1973 mehrmals im „Deutschen Schlagerlotto“ des HR 3 vertreten; einmal sogar Hitparaden-Sieger. Bei einem Interview in Frankfurt durfte sich der Bandleader Schünemann sogar ins goldene Buch beim Hessischen Rundfunk eintragen, und als Sänger und ausgezeichneter Sologitarrist holte sich Peter Schünemann schon damals zahlreiche Preise, wie z. B. 1971 den 2. Platz auf der Bundesgartenschau in Köln.
Peter Schünemann wurde zum „Jungen von der Weser“
Im Jahr 1989, wie er selber sagt „ in der Mitte seines Lebens“, entschloss sich der Künstler zu einem Imagewechsel. Mit der ersten größeren Erfolgswelle der Volksmusik suchte auch Schünemann nach einem neuen Weg, um damit endlich einen ganz großen Durchbruch zu starten. Da er zu diesem Zeitpunkt intensiv mit seinem Onkel Ahnenforschung betrieb und dadurch erfuhr, dass die Hälfte seiner Vorfahren aus dem Weserbergland kamen (aus Bodenwerder, Rühle und Dölme) lag die Idee nahe, auch den Weserfluss zum Mittelpunkt seiner Musik werden zu lassen. Eine Kapitänsmütze aus dem Karneval, die auch den ersten Haarausfall verdeckte, und ein wunderbarer selbst komponierter Titel mit dem Namen „Der alte Kapitän“ waren das Rüstzeug in ein neues Leben. Schon die erste Musikcassette mit diesem Titel brachte auf regionaler Ebene in kürzester Zeit 20.000 Verkäufe. Ein Grund mehr für den Produzenten und Komponisten Bernd Dietrich aus Nörten Hadenberg, der selbst einst in dieser Region bei der Studentenband aus Göttingen „The Original Blue Moons“ spielte, auf den Volksmusiker Peter aufmerksam zu werden, mit dem Ergebnis, dass Peter Schünemann seinen ersten Plattenvertrag bei Polydor bekam und seine erste Single, „Der alte Kapitän“, auf den Markt kam. Dazu eine kleine Anekdote von Peter Schünemann: „Ich erinnere mich an meinen ersten Auftritt 1991 beim Niedersachsentag in Rinteln, als ich meine neue Single bei einer Fernsehaufzeichnung vorstellen sollte. Noch am Abend zuvor stand ich mit meiner Band auf einer Bühne im Harz und nun war ich ganz alleine vor 1.000 Zuschauern, die mich alle erwartungsvoll anstarrten. Jetzt konnte man sich nicht mehr hinter dem Keyboard in der Band verstecken, jetzt war man ganz allein und mein einziger Gedanke war, wie würde ich die nächsten 3 1/2 Minuten überstehen. Als ich dann von der Bühne ging, war ich fertig, der Schweiß lief mir unter meiner Mütze, und gerade in diesem Moment kam Michael Thürnau (heute NDR-Moderator der Schaubude), klopfte mir auf die Schulter und sagte: „Das wird ein Hit.“
Er sollte recht behalten, denn nach diesem ersten großen Auftritt, als „Junge von der Weser“, begann eine Erfolgswelle, gefolgt von zahlreichen Fernsehsendungen, wie z. B. " Freut Euch des Nordens", "Bi uns to Hus", NDR “Niedersachsentage“, "Ost und West auf einer Welle", "Nordtour", NDR "Hallo Niedersachsen", “Aktuelle Schaubude“. Über 100 Musikdampferfahrten auf der Weser, Fulda, Mittellandkanal usw. Ehrenkapitän der Oberweser Dampfschifffahrt GmbH Hameln, der Fahrgastschiff GmbH Kassel, und Auszeichnung um die Heimat der Mindener Fahrgastschiff GmbH, bei allen mit einem lebenslangen Freifahrtrecht. Zahlreiche Auftritte im In- und Ausland, u. a. beim Radiosender Chin in Toronto/Canada. Viermal bei den großen NDR1 Niedersachsen "Volksmusikfestivals“ in Hannover und Northeim. Viermal mit dem NDR beim "Tag der Niedersachsen" in Rinteln, Nienburg, Bückeburg und Holzminden sowie verschiedene Auftritte mit dem NDR in Bremen, Hannover, Holzminden, Vlotho, Verden und Hamburg.
Das Leben hatte aber auch zu dieser Zeit seine Schattenseiten, durch Querelen zwischen Bernd Dieterich und Polydor blieb es bei der ersten Platte, und Peter Schünemann war von da an gezwungen, selbst einen Weg zu finden, um seine Tonträger verkaufen zu können. Das bedeutet Klinkenputzen und nochmals Klinkenputzen. Eine harte Zeit, denn jetzt musste die Musik die kleine Familie Schünemann (Frau Marianne und zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen) ernähren. Mit viel Idealismus, einer Frau an seiner Seite, die in allen Höhen und Tiefen ihn begleitet und noch heute bei all seinen Auftritten immer mit dabei ist, schafften sie gemeinsam auch diese Hürde. Rückblickend siegen aber immer wieder die schönen Erinnerungen, die auch Kraft für die Zukunft geben.
Seit 15 Jahren hat nun Peter Schünemann einen eigenen Tonträgervertrieb, ein eigenes Label und einen eigenen Musikverlag. Zurzeit gibt es 12 verschiedene CDs von Peter Schünemann. Seine Lieder werden von Radiosendern in Norwegen, Chicago, Niederlande, Belgien, Südafrika, etc., gespielt, und allein bei NDR1 Niedersachsen in Hannover hatte der Wesersänger vor kurzem seine 1.000ste Rundfunksendung.
Peter Schünemann der Goldjunge
In seinem Tonstudio kann man so manche Trophäe seines Schaffens bewundern, wie die Goldene Musikcassette, die Goldene CD, das Goldene Mikrofon für die "Stimme der Weser", verliehen vom ADAC und NDR1 Niedersachsen in der Stadthalle (Kuppelsaal) zu Hannover, außerdem den “Goldener Hohner Kapitän“ von der Hohner-AG Trossingen, durch Prof. Darazs für seine Hits "Der alte Kapitän mit der Ziehharmonika" und "Wo die Weser einen großen Bogen macht".
Hier eine Hörprobe aus seiner CD "Wo die Weser einen großen Bogen macht"
einfach anklicken und reinhören
Diese und weitere CDs/MCS vom "Weserkapitän" Peter Schünemann sind zu beziehen über: