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BOXSPORT ASV HOLZMINDEN Drucken E-Mail


boxen - bild.jpgDer ASV Holzminden steht für Vereinsboxsport schon seit der Nachkriegszeit in Holzminden und ist Mitglied des Niedersächsischen Boxsport Verband e.V. (NBSV) der seinerseits Mitglied des Landessportbund und des Deutschen Boxsportverband e.V. ist.
Rund 28 - 30 Mitglieder zählt der ASV Holzminden. Ein Großteil davon sind Kinder und Jugendliche  im Alter von 11- 16 Jahren (Jungs und  Mädchen). Die jungen Sportlerinnen und Sportler nehmen teilweise weite Anfahrtswege, z.B. von Bodenwerder und Valbruch in Kauf, um 2-mal in der Woche am Dienstag und Freitag von 17.15 Uhr  - 20.00 Uhr in Holzminden  (Gymnastikhalle an der Stadhalle/ Sollingstraße) dabei zu sein. Ein hoch motivierter und vor allem auch weltoffener Verein, der durch die unterschiedlichen Nationalitäten seiner Mitglieder, Deutsche, Türken, Libanesen und Italiener, Integration in Holzminden vorbildlich vorlebt.  Der 1. Vorsitzende des  ASV Holzminden und Trainer  ist  Wilhelm Pieper.

 

Was bewegt aber Jugendliche dazu in den Ring zu steigen und birgt dieser Sport nicht auch große Gefahren?

DIE AKTUELLE  KAMERA wollte diesen Fragen auf den Grund gehen und befragte dazu den 1. Vorsitzenden Wilhelm Pieper

DIE AKTUELLE  KAMERA: Der Boxsport ist bei vielen Menschen mit einigen Vorurteilen behaftet, so denkt man in erster Linie an platte Nasen, Blumenkohlohren und aufgeplatzte Augenbrauen. Ist Boxen wirklich so roh und gesundheitsschädlich?
 
Wilhelm Pieper: Diese Vorurteile haben kaum etwas mit dem Amateurboxsport zu tun, wie er auch beim  ASV Holzminden betrieben wird. Gewisse Verletzungsrisiken birgt so ziemlich jede Sportart, aber durch gewissenhafte Untersuchungen jedes aktiven Boxers ist das Risiko sich zu verletzen nicht größer als bei anderen Sportarten. Was in der Praxis heißt, dass in keiner Sportart die Sporttauglichkeit und der Trainingsbetrieb in laufender Folge so gewissenhaft überwacht wird, wie beim Boxen im Verein. Nicht nur, dass jeder Boxer zu Beginn jeden Jahres von einem Sportarzt untersucht wird, sondern auch vor jedem Kampf erfolgt eine gründliche Untersuchung. Außerdem sorgen vorbildliche Schutzbestimmungen zur Vermeidung irgendwelcher Gesundheitsschäden. Zusätzlich wird durch den vorgeschriebenen Kopfschutz, Zahnschutz, Boxhandschuh usw. das Verletzungsrisiko weiter vermindert. Und letztendlich wird ein Kampf sofort abgebrochen, wenn einer der Kämpfer angeschlagen ist.

DIE AKTUELLE  KAMERA: Wie geht es in einem Box-Sportverein wie den ASV Holzminden zu?

Wilhelm Pieper: Wie in jeder anderen Sportart ist es auch für das Boxen gut, wenn man in früher Jugend damit beginnt. Hat man sich dafür interessiert und betritt man eine Übungshalle, so wird man schnell feststellen, dass alles anders ist, als man es sich vorgestellt hat. Boxhandschuhe und Boxring gibt es für den "Neuen" noch nicht. Unter Aufsicht der Übungsleiter wird zunächst einmal der Körper durch Laufen, Springen, Ballspiel und viel Gymnastik schnell und geschmeidig gemacht. Moderne Körperschulung und später Intervalltraining bringen die Voraussetzung für die anschließende Grundschule des Boxsportes. Erst wenn Körperhaltung und Muskulatur es zulassen, wird mit der eigentlichen Ausbildung begonnen. Dann geht es in den Übungsring in der Halle, wo es auch die für den Boxsport so typische Charakterschulung, die den Kämpfer lehrt, seinen Gegner zu achten, mit ehrlichen Mitteln zu kämpfen, Disziplin zu wahren, den Schwächeren zu schonen. Zu einem echten Kampf im Ring kommt der Schüler oder Jugendliche erst, wenn er ärztlich als boxsporttauglich anerkannt wird, mindestens sechs Monate Training und Vereinszugehörigkeit nachweisen kann und stets nur gegen Kämpfer, die etwa den gleichen Ausbildungsstand besitzen.

DIE AKTUELLE  KAMERA: Ist Boxsport auch eine Form von Gewaltprävention

Wilhelm Pieper: Sicherlich ja, denn gerade für Jugendliche bietet das Boxtraining eine Möglichkeit Selbstsicherheit zu erlangen und sich auf faire Weise mit anderen zu messen. Dadurch ist das Boxen eine der besten Möglichkeiten zu verhindern, dass junge Menschen ihre Aggressionen anderweitig abreagieren. Wer sich regelmäßig im Training und Wettkampf mit Anderen messen kann, hat es normalerweise nicht nötig, sich seine Kraft auch auf der Straße zu beweisen.

DIE AKTUELLE  KAMERA: Welche Vorteile bietet der Boxsport noch für Jugendliche?

Wilhelm Pieper:  Abgesehen von Sparring und Wettkampf ist das Boxtraining eine der besten Möglichkeiten sich fit zu halten. Denn modernes Boxtraining beansprucht alle Muskeln optimal. Sowohl die Muskelkraft wird gestärkt, als auch Reaktionsschnelligkeit und Kondition. Aber auch das Selbstvertrauen, die Willenskraft, der Mut und die Fairness werden gefördert. Zudem wird den Kindern und Jugendlichen eine gesunde Ernährung nahe gebracht.

DIE AKTUELLE  KAMERA: Sie selbst opfern diesem Sport, erst aktiv im Ring, dann als langjähriger Trainer beim ASV Holzminden, den Großteil Ihrer Freizeit. Was ist für Sie das faszinierendste am Boxen?

Wilhelm Pieper: Das Gefühl im Ring zu stehen,  Mutterseelen allein, im ehrlichen Kampf, Mann gegen Mann.

Kurzinfo zu den Wettkampfbestimmungen:
Die Zulassung zu Wettkämpfen wird erst ab dem 10. Lebensjahr erteilt. Davor gibt es jedoch modifizierte Wettkämpfe, bei denen Rundenzahlen und –dauer eingeschränkt sind. Kinder und Jugendliche durchlaufen eine Grundausbildung mit dem Schwerpunkt auf technischen und konditionellen Elementen. Die Grundausbildung der Boxer wird fast ausschließlich in den Amateurvereinen vorgenommen. Die Wettkampfausrüstung der Amateure besteht aus Handschuhen, Knöchelbandagen, Mund- und Tiefschutz, Wettkampfhose und Boxerschuhe, dazu ein Trikot und ein Kopfschutz. Bei den Frauen kommt ein passender und geprüfter Brustschutz hinzu, dafür entfällt der Tiefschutz. Die Amateure boxen in elf Gewichtsklassen, die Frauen in 14. Des Weiteren gibt es neben der Einteilung in Gewichtsklassen auch die Einteilung in Leistungsklassen, damit ein fairer Kampf gewährleistet ist. Alle Wettkämpfe werden in einem quadratischen durch Seile begrenzten Kampfplatz (RING) ausgetragen, dessen Ausmaße innerhalb der Seile zwischen 4,90 m und 6,10 m liegen.

Die Kinder und Jugendlichen vom ASV Holzminden sind alle vom Boxsport begeistert und schwärmen vom Zusammenhalt in der Gruppe, was die Bilder von einem Trainingsabend im Verein beweisen. Wer auch einmal Probeboxen oder sogar Mitglied werden will, kann einfach einmal zu den Trainingszeiten am Dienstag und Freitag vorbeikommen. Die jungen Nachwuchssportler freuen sich schon auf Euch.

An dieser Stelle auch ein kleiner Aufruf, Sponsoren werden immer dringend gesucht. Denn Jugendarbeit kostet Geld, das leider immer knapper wird,  da zurzeit die Finanzierung nur durch die Mitgliedbeiträge getragen wird.

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